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Münchhausen Syndrom

Das Münchhausen Syndrom ist eine komplexe psychische Störung. Der Name ist Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen zurück zu führen, besser bekannt als Baron Münchhausen. Aber was ist das Münchhausen Syndrom wirklich?

Wie es auch der Namensgeber tat, erzählen Betroffene unwahre Geschichten um die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen für sich zu gewinnen. Dabei handelt es sich um erfundene Dinge bezüglich ihrer körperlichen Gesundheit. Wichtig ist dabei das Münchhausen Syndrom von ähnlichen psychischen Störungen zu unterscheiden, wie etwa der Hypochondrie, bei denen die Betroffenen tatsächlich glauben diverse körperliche Beschwerden zu haben.

Was versteht man unter dem Münchhausen Syndrom

Beim Münchhausen Syndrom sind betroffene Personen durchaus sehr bewusst und geistesgegenwärtig körperliche Symptome glaubhaft als syndrom münchhausen patienten, arzt störung häufig kind menschen, – kopfschmerzen tatsächlich gegeben darzustellen. Dies führt sehr häufig neben der psychischen Störung zu echten körperlichen, jedoch von dem vorgegebenen Problem abweichenden, Beschwerden. Diese beruhen dann nicht auf echten körperlichen Symptomen, sondern werden durch selbstverletzendes Verhalten künstlich hervor gerufen. Dabei kann die Selbstverletzung gleichermaßen mechanisch geschehen, indem sich die Betroffenen beispielsweise Schnitte, Prellungen oder Brüche zuziehen, oder auch chemisch, indem sich Betroffene gezielt mit bestimmten Substanzen vergiften.
Beide Formen führen letztlich dazu, dass Betroffene die vorgegebenen Symptome möglichst glaubhaft darstellen können.

Woran erkennt man das Münchhausen Syndrom

Ärzten wird dabei die Diagnose insofern erschwert, als dass künstlich hervorgerufene Beschwerden oft sehr lange gutgläubig auf einen natürlichen Ursprung zurück geführt werden. Dies ist problematisch, da bei einer Fehldiagnose, die nicht das Münchhausen Syndrom als Ergebnis hat, Behandlungen durchgeführt werden, die im besten Fall vollkommen überflüssig sind, im schlimmsten Fall bei Vergiftungen durch unpassende Medikamentengaben eine völlig falsche Wirkung erzeugt wird, die den „Erkrankten“ gesundheitlich noch weiter gefährdet.
In beiden Fällen besteht für den Arzt für den fehlerhaften Befund und Behandlung verantwortlich gemacht zu werden und sich im schlimmsten Fall vor Gericht verantworten zu müssen.

Trotz des Wissens um die Risiken einer falschen Behandlung, ist es den vom Münchhausen Syndrom betroffenen Personen wichtig immer neue Symptome zu erfinden und sich behandeln zu lassen. Auch vorgetäuschte psychische Störungen kommen beim Münchhausen Syndrom vor. Diese sind jedoch deutlich seltener vertreten. Bei der Vortäuschung psychischer Symptome laufen Betroffene Gefahr von Ärzten als Betrüger enttarnt zu werden. Auch sobald Ärzte anderer Fachrichtungen die Möglichkeit des Münchhausen Syndroms in Erwägung ziehen weichen Betroffene zurück. Dann sind Wechsel des Arztes oder Abbruch der Behandlung durchaus häufig um unentdeckt zu bleiben.

Das Ziel der Erkrankten liegt schlichtweg darin Aufmerksamkeit zu bekommen. Dabei wird darauf abgezielt von Ärzten ein Höchstmaß von Aufmerksamkeit zu erhalten. Diese Aufmerksamkeit resultiert darin, dass für die Betroffenen vielfach teure und aufwändige Diagnoseverfahren veranlasst werden, die die Ursachen der „Erkrankung“ ergründen sollen. Auch wenn aufgrund schwieriger Diagnose der Ursprung der Symptome operativ ergründet werden soll nehmen die Betroffenen dies gerne in Kauf.

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Syndrom

Die Diagnose und das Erscheindungsbild des Münchhausen Syndroms ist schwierig und auch noch nicht vollständig geklärt. Aktuellen Erkenntnissen zufolge bestehen Parallelen und Überschneidungen mit diversen Persönlichkeitsstörungen wie Borderline oder einfachem selbstverletzenden Verhalten und die Abgrenzung ist entsprechend schwierig.

Teilweise wird das Münchhausen Syndrom als eine Form von Borderline angesehen. Auch der Ursprung wird ähnlich Borderline in einer schwierigen oder traumatisierenden Kindheit vermutet. Im Gegensatz zu Borderline wird das Münchhausen Syndrom vorwiegend bei Männern diagnostiziert.

Das Münchhausen Syndrom zählt zu den Krankheiten, die durchaus ernst zu nehmen sind. Im Vergleich zum Hypochonder, der recht schnell als Simulant erkannt werden kann, liegen bei Patienten mit dem Münchhausen Syndrom tatsächliche physische Leiden vor. Sowohl bei Hypochonder als auch bei Patienten mit dem Münchhausen Syndrom sollte man diese Form der Krankheit nicht leichtfertig mit einem „stell dich nicht so an“ abtun. Denn in beiden Fällen liegt eine ernst zu nehmende psychische Schädigung vor, die keinesfalls unterschätzt werden sollte. Da das Münchhausen Syndrom mit mehreren Begleiterscheinungen einher geht, ist das Wissen, was genau dieses Syndrom ist, für Ärzte, aber auch für Angehörige und Freunde sehr wichtig. Denn nur, wer das Wissen besitzt, was genau dahinter steckt, kann entsprechend und vor allem richtig reagieren.

Vergleich Hypochondrie und Münchhausen Syndrom

Beide Erkrankungen verbindet eine gemeinsame Ursache. Bei Beiden liegt nämlich ein subjektiv empfundenes Defizit an Aufmerksamkeit und Zuwendung zugrunde. Dennoch sind Beide nicht so leicht miteinander zu vergleichen. Der Hypochonder zeichnet sich oft durch ein immenses Wissen im medizinischen Bereich aus. Er kennt viele, oft sogar seltene Krankheiten und deren Symptome. Es ist ihm daher ein Leichtes, diese Symptome bei sich zu entdecken bzw. Symptome, die ein jeder möglicherweise temporär einmal an den Tag legt, mit den diversen Krankheiten in Verbindung zu bringen. Beispielsweise hat nicht jeder, der etwas falsches gegessen hat, zwangsläufig eine chronische Darmerkrankung. Beim Münchhausen Syndrom hingegen liegt sehr wohl eine physische Erkrankung oder mehrere Krankheiten vor. Diese werden jedoch nicht versucht zu behandeln, sondern mehr oder weniger gehütet wie ein Schatz um sich die Zuwendung von Ärzten oder Pflegepersonal zu sichern.

Münchhausen Syndrom und seine Gefahren

Der Patient, der am Münchhausen Syndrom erkrankt ist, fügt seinem Körper absichtlich Schäden zu. Das Münchhausen Syndrom geht daher oft einher mit dem Borderline Syndrom. Beide Krankheiten zielen darauf ab, den eigenen Körper zu verletzen, wenngleich der Grund oder das Ziel bei beiden Krankheiten eigentlich unterschiedlich ist. Der Münchhausen Patient ist in erster Linie darauf aus, durch die physische Erkrankung medizinische Zuwendung zu erlangen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von dem so genannten Krankheitsgewinn.

Mögliche Symptome beim Münchhausen Syndrom

Artifizielle Störungen, also künstlich erzeugte Symptome können vielfältig sein. Diese künstlich erzeugten Symp. beziehen sich oft auf folgende krank kind stellvertreter – hilfe folgen datenschutz, Syndrom, patientenBereiche:

  • Intimbereich, Harnweg, Darm: vorgegebener Harnverhalt, vorgetäuschte Blutungen
  • Körperreaktionen: vorgegebene Schmerzen ( z.B. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen etc.), vorgegebenes Fieber, Nebenwirkungen eigenmächtig eingenommener Medikamente
  • Haut: Verätzungen der Haut oder mechanische Verletzungen. Betroffene haben oft viele OP-Narben.
  • Psyche: Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, vorgetäuschte Verwirrtheit
  • Nach medizinischen Maßnahmen: Manipulationen z.B. an OP-Wunden

    Wen betrifft das Münchhausen Syndrom

    An dieser Krankheit leiden vor allem Männer im mittleren Alter. Studien aus jüngster Zeit belegen jedoch, dass auch Frauen im Klimakterium immer häufiger unter dieser Krankheit leiden. Das Münchhausen Syndrom ist im Übrigen nicht neu und kann somit auch nicht als eine der modernen Krankheiten angesehen werden. Fälle dieser Krankheit sind bereits aus dem Altertum überliefert. Sie traten oft auch im Zusammenhang mit religiösen Ritualien auf. So genannte Initiationsrituale, die die Aufnahme in eine bestimmte Gruppe ermöglichen sollten, sind in diesem Zusammenhang ebenso zu nennen, wie eine zweifelhafte kulturelle oder religiöse Überzeugung dass eine Verletzung richtig sei.

    Indikatoren für das Münchhausen Syndrom

    Das Münchhausen Syndrom ist nicht so leicht festzustellen. Insbesondere, wenn der Patient allein stehend ist, fällt in dessen Umfeld zunächst einmal niemandem auf, dass er erkrankt ist. Da gerade aber alleinstehende Menschen dieses Defizit an Aufmerksamkeit, welches ursächlich ist, an den Tag legen, macht die Sache so vertrackt. Das Wissen um diese Form der Erkrankung ist also wichtig, um selbige identifizieren zu können. Zunächst ist sicherlich eine erhöhte Zahl an Arztbesuchen festzustellen. Weiterhin zeichnet sich ein Betroffener dadurch aus, dass er jegliche Form der Behandlung bereitwillig und nahezu freudig über sich ergehen läßt. Während gesunde Menschen einen längeren Aufenthalt beim Arzt oder gar im Krankenhaus widerwillig auf sich nehmen, führen diese Menschen dies geradezu herbei. Auch größere Eingriffe, die eigentlich jeder nach Möglichkeit zu vermeiden sucht, werden dankbar angenommen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang jedoch vor allem, dass die Aussicht auf Heilung der physischen Krankheit oder die bereits erfolgte Heilung nicht als Vorteil oder Erfolg wahrgenommen wird. Patienten mit dieser Beschwerde wechseln daraufhin oft gar den behandelnden Arzt. Dies ist übrigens auch dann der Fall, wenn sie mit der Kenntnis, dass es sich möglicherweise um eine psychische Ursache handeln könnte, konfrontiert werden. Der Münchhausen Patient ist sich daher in irgend einer Art und Weise schon bewusst, dass er eigentlich ein ganz anderes Leiden hat, als die Krankheiten, wegen derer er sich in Behandlung begibt.

    Vorgehensweise von Patienten mit Münchhausen Syndrom

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    Muenchhausen – Syndrom

    In vielen Fällen kommen Patienten mit Münchhausen Syndrom zum Notdienst in die Praxis oder in die Notaufnahme. Hier zeigen sie ihre Krankheitsanzeichen und dies auch auf den ersten Blick durchaus glaubhaft. Auffällig jedoch ist oftmals ihr durchaus fundiertes medizinische Kenntnis. Diese Kenntnis nutzen sie weiterhin, um ihren Krankheitsverlauf logisch darzulegen, so dass ihnen im ersten Moment Glauben geschenkt wird. Gerade diese großen medizinischen Kenntnisse ist es, was die Diagnose der eigentlichen Krankheit so schwer macht. Denn durch diese Kenntnisse verstehen es die Patienten mit dieser Beschwerde, andere Krankheiten so geschickt miteinander zu verknüpfen, dass es dem behandelnden Personal nahezu unmöglich ist, sich ein klares und objektives Bild des Zustandes der Person zu verschaffen. Sollten die eigentliche Ursache dennoch entlarvt werden, so wenden sich die Patienten umgehend an einen anderen Arzt. Dies verhindert in erster Linie, dass dem behandelnden Arzt ein tieferer Einblick in die Krankengeschichte verwehrt bleibt. Die Kenntnis, um den eigentlichen Zustand ist daher nicht möglich. Zudem schrecken sie vor so ziemlich keinem Mittel zurück, um ihrem Körper auf alle nur erdenklichen Möglichkeiten zu schaden um einen objektiven Grund zu haben, sich in Behandlung zu begeben. Der Patient kann ohne sich selbst zu schädigen, zunächst einmal seine Krankenakte oder Fieberergebnisse manupulieren. Schreitet er jedoch zur Tat, sich selbst ernsthaft zu verletzen, gibt es unterschiedliche Wege dies zu tun. Hier wird unterschieden zwischen Hautverletzungen, die durch physische Gewalt recht einfach zu erzeugen sind, internistischen Verletzungen indem durch Einnahme gefährlicher Substanzen bis hin zur Aufnahme von Säure eine innere Verletzung hervorgerufen wird. Auch wird durch ständiges Bluten eine Blutarmut hervorgerufen.

    Erweitertes Münchhausen Syndrom

    Eine besonders schlimme Unterart ist das so genannte erweiterte Münchhausen Syndrom. Diese Krankheit zeichnet sich dadurch aus, dass der Erkrankte einer anderen Person oder auch seinem Tier einen Schaden zufügt, um diesen dann entsprechend medizinischem Personal präsentieren zu können. Besonders schlimm ist diese Art der Krankheit deshalb, weil es sich bei der zweiten Person meist um schutzbefohlene wie die eigenen Kinder handelt. Insbesondere Mütter sind hiervon betroffen. Diese Mütter wirken auf den ersten Blick überaus fürsorglich und besorgt um das Wohl ihres Kindes. Diese Form des Münchhausen Syndroms wird auch Münchhausen in Vertretung genannt. Es besteht oft auch eine Kombination, wenn also die Mutter sowohl sich selbst als auch ihren Kindern physische Schäden zufügt. Da es sich hier vornehmlich um alleinstehende Mütter handelt, ist es auch hier für Außenstehende zu wissen, was wirklich dahinter steckt.

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