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Münchhausen Stellvertreter Syndrom

Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom ist eine Sonderform des Münchhausen-Syndroms und zugleich eine schwere Form der Kindesmisshandlung. Zu etwa 90 Prozent handelt es sich bei den Tätern um Mütter, die ihr Kind vorsätzlich verletzen oder eine Erkrankung vortäuschen. Häufig behandeln sie erfundene Erkrankungen mit teils lebensgefährlichen Medikamenten. Die Folgen für das Kind können gravierend sein, angefangen von Durchfällen, Krämpfen, Erbrechen und Hautausschlägen bis hin zu Herzrhythmusstörungen und sogar Atemstillstand.

Nicht selten werden die Kinder massiv unter Druck gesetzt, sodass sie die Angaben der Mutter dem Arzt gegenüber bestätigen. Die körperlichen und seelischen Langzeitschäden für diese Kinder sind verheerend und nur schwer abzuschätzen. Viele entwickeln später selbst ein Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, neigen zu schwersten Depressionen, Hyperaktivität oder Essstörungen. Frauen, die unter dieser Krankheit leiden, leben häufig getrennt, sind alleinerziehend und arbeiten im medizinischen Bereich oder haben eine Affinität zu diesen Berufen.

Drei Phasen des Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms

In der ersten Phase berichten die Mütter von angeblichen Symptomen, die das Kind aufweist wie z.B. Mutter, kind, krank artikel video sohn, krankheit krankenhaus kindern, epileptische Anfälle oder das Erbrechen von Blut. Das führt zu entsprechenden medizinischen Untersuchungen und gegebenenfalls einer medikamentösen Behandlung. In der zweiten Phase verfälschen die Mütter Messergebnisse aktiv, indem sie beispielsweise Fiberkurven manipulieren oder Urinproben der Kinder Tierblut oder eigenes Blut beimischen. Daraufhin folgen in der Regel wieder zahlreiche Untersuchungen. Bei der schwersten Form des Münchhausen-Stellv.-Syndroms führen die Täter Symptome künstlich herbei, indem sie z.B. Katheder mit Speichel oder Wunden der Kinder mit Urin, Kot oder Ähnlichem verunreinigen, was bei den Kindern zu schwersten Infektionen führen kann. Nicht selten kommt es vor, dass Mütter sogar einen Atemstillstand beim Kind hervorrufen, indem sie ihm ein Kissen aufs Gesicht drücken oder ihm Mund und Nase zu halten, bis es aufhört zu atmen.

Anzeichen für eine Erkrankung

Ein Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom zu erkennen ist in der Regel sehr schwierig, denn die Symptome der vorgetäuschten Erkrankungen sind meist solche, die nur schwer nachweisbar sind. So ist die Zahl der möglichen Krankheiten nahezu unbegrenzt. Es gibt Anzeichen, die auf das Vorliegen eines Münchhausen-Stellver.-Syndroms hindeuten, die jedoch nicht immer zweifelsfrei, als solche erkannt werden. Dazu gehört zunächst das Vortäuschen von Krankheiten durch die Mutter sowie das künstliche Herbeiführen von Erkrankungen oder dessen Aufrechterhaltung. Diese Mütter stellen ihre Mutter, kind, kinder mütter ärzte, krank artikel video sohn, Kinder häufig und wiederholt bei Ärzten und Spezialisten vor und drängen auf Untersuchung bzw. Behandlung. Das tun sie so lange, bis die von ihnen angestrebte Diagnose bestätigt und mit einer Behandlung begonnen wird. Sie willigen sogar in komplizierte und schmerzhafte Untersuchungen bereitwillig ein oder fordern diese aktiv. Dabei treten sie außergewöhnlich fürsorglich auf, sie zeigen sich aufopfernd und liebevoll ihrem Kind gegenüber. Zudem freunden sie sich häufig mit Pflegepersonal und Krankenschwestern an und betrachten sich als Teil des Teams, das nur das Beste für ihr Kind möchte. Die tatsächlichen Ursachen für die angeblichen oder künstlich erzeugten Beschwerden des Kindes verschweigen sie. In der Regel klingen akute Symptome und Beschwerden ab oder verschwinden ganz, wenn das Kind von dem Verursacher getrennt wird. In den meisten Fällen werden Ärzte erst durch außergewöhnlich häufige Arztbesuche und die vehemente Einforderung von Behandlungen durch die Mutter misstrauisch und auf das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom aufmerksam.

Ursachenforschung

Die genauen Ursachen dieser Erkrankung sind nicht bekannt aber es gibt einige Faktoren, die für das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom ursächlich sein können. Es wird vermutet, dass die Täter in der Vergangenheit beispielsweise ein Trauma erlitten, sich selbst Verletzungen oder Wunden zugefügt haben. Auch Vernachlässigung oder sexueller Missbrauch in der eigenen Kindheit können den Ausschlag gegeben haben. Menschen mit dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leiden häufig an einer depressiven, narzisstischen oder histrionischen Persönlichkeitsstörung. Depressive Personen sind Personen, die alles tun, um geliebt zu werden, es sind Helfertypen, die eher beziehungs- als sachorientiert sind. Menschen mit einer narzistischen Persönlichkeitsstörung haben einen übermäßigen Geltungsdrang, sie wollen anderen imponieren und bewundert werden. Einfühlungsvermögen und emotionale Wärme sind ihnen fremd. Dagegen äußerst sich eine histrionische Störung in egozentrischen, affektierten und theatralischen Verhalten. Ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Lob und Anerkennung ist stark ausgeprägt.

Diagnosestellung schwierig

Die Prognosen diese Erkrankung zu erkennen, sind denkbar schlecht. Dementsprechend ist die Dunkelziffer extrem hoch. Das liegt u.a. daran, dass die Mütter ihre Taten erfolgreich verschleiern und sich in der Öffentlichkeit hilfsbereit, engagiert und verständnisvoll zeigen. Die durch sie verursachten Symptome sind sehr unspezifisch und entsprechend schwer zu diagnostizieren. Erschwerend kommt Mutter, kind syndrom kinder mütter ärzte, krank artikel video sohn hinzu, dass diese Mütter nicht bei einem Arzt bleiben, sondern das Kind bei ständig wechselnden Ärzten vorstellt, sogenanntes Krankenhaus-Hopping, was eine Diagnose zusätzlich erschwert. Ein weiteres Problem ist die Verschwiegenheit von Freunden und Bekannten der Mutter aber auch der Väter, die davon meist nichts mitbekommen. Auch Ärzte zögern meist sehr lange, bis sie ihre Schweigepflicht brechen und die zuständigen Behörden informieren. Es kommt aber auch vor, das entsprechende Symptome fälschlicherweise als Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms diagnostiziert werden. In diesen Fällen kann gegebenenfalls eine zeitweise Trennung der Kinder von den Eltern, verbunden mit einem zunächst zeitlich begrenzten Entzug des Sorgerechts durch das Gericht angeordnet werden. Allerdings sind Sorgerechtsangelegenheiten vor Gericht in der Regel sehr langwierig. Auch bis eine Erkrankung der Mutter diagnostiziert werden kann, dauert es meist sehr lange oder es gelingt gar nicht. Das verringert die Chancen dieser Kinder enorm, sodass einige von ihnen diese Torturen nicht überleben. Einige Krankenhäuser arbeiten bei Verdacht des Vorliegens eines Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms mit Videoüberwachung, um die Täter überführen zu können.

Therapiemöglichkeiten

Eine Therapie beim dieser Erkrankung der Mutter ist noch schwieriger als die Diagnose und nahezu unmöglich. Um die betreffende Person überhaupt zu einer Therapie zu bewegen, ist ein vertrautes und stabiles Arzt-Patienten-Verhältnis Grundvoraussetzung. Dabei kommen die Symptome zur Sprache, ohne jedoch den offensichtlichen Betrug der Mutter zu erwähnen. Von seitens des Arztes ist sehr viel Geduld und Ausdauer gefragt, um den Ursachen der Taten auf den Grund zu gehen. Eine Prognose für die Gesundung sowohl der Mutter als auch des Kindes ist eher ungünstig. Das Kind hat meist massive körperliche und psychische Schäden erlitten, die nicht selten ihr eigenes Sterberisiko erhöhen aber auch die Gefahr in sich bergen, dass die nächsten Generationen, sprich die zukünftigen Kinder ebenfalls das Münchhausen-Stellver.-Syndrom entwickeln. Letztendlich muss der Schutz des Kindes immer im Vordergrund stehen. Dementsprechend sollte ein Entzug des Sorgerechts auch die Geschwisterkinder mit einbeziehen. Ansonsten könnte die Mutter die Misshandlungen an den Geschwisterkindern fortführen.

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